
Was ist Permakultur
«Permakultur ist eine Philosophie, mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten; sie verlangt langes, überlegtes Beobachten statt langer, gedankenloser Arbeit.»
Bill Mollison
Das Grundprinzip der Permakultur basiert auf einem ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltigen Umgang mit all unseren Ressourcen. Dabei werden gestaltete Lebensräume als ganzheitliche Systeme verstanden, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so geschickt kombiniert wird, dass sie zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Beteiligten bestmöglich erfüllen. Der Fokus liegt hierbei nicht nur auf den einzelnen Elementen, sondern vor allem auf deren Beziehungen untereinander und ihrer optimalen Nutzung für den Aufbau produktiver Kreisläufe.
Das übergeordnete Ziel ist eine schrittweise Optimierung hin zu einem sich selbst regulierenden System, das nur noch minimale Eingriffe erfordert, um dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht zu bleiben. Dabei stehen die Erfüllung heutiger Bedürfnisse und die Chancen nachfolgender Generationen gleichwertig nebeneinander, während das System stets produktiv und anpassungsfähig bleibt. Als direktes Vorbild dienen beobachtbare Selbstregulationsprozesse intakter Ökosysteme wie Wälder oder Seen.
Ursprünglich von Bill Mollison und David Holmgren für eine zukunftsfähige Landwirtschaft entwickelt, haben sich die zwölf grundlegenden Design-Prinzipien längst zu einem universellen Denkmodell entwickelt. Heute wird dieser ganzheitliche Gestaltungsansatz weit über den Gartenrand hinaus erfolgreich in der Architektur, der Stadt- und Regionalplanung, in modernen Energiekonzepten sowie in kooperativen Wirtschaftsformen eingesetzt.
Wie ich plane: Meine Werkzeuge für dein Projekt
Die Permakultur-Pioniere Bill Mollison und David Holmgren haben uns Planern ein unschätzbares Set an Werkzeugen mit auf den Weg gegeben. Jede Fläche, die ich gestalte, wird individuell auf deine Bedürfnisse und die Gegebenheiten deines Grundstücks zugeschnitten. Als mein Kompass dienen mir dabei die drei ethische Werte und zwölf kluge Design-Prinzipien. Sie helfen mir, einen lebendigen Lebensraum zu erschaffen, der funktionell ist, dir langfristig Arbeit abnimmt und gleichzeitig der Natur etwas zurückgibt.
Die 3 ethischen Grundpfeiler
Sorge für die Erde (Earth Care)
Diese ökologische Komponente beinhaltet den behutsamen und vorausschauenden Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen. Die Ressourcen der Erde werden dabei als Geschenk für alle Lebewesen verstanden. Damit ein Permakultur-Design nachhaltig ist, müssen die natürlichen Regenerationszyklen sowie Stoff- und Energiekreisläufe von Anfang an bewusst in die Planung einbezogen werden.
Sorge für die Menschen (People Care)
Diese soziale Komponente nimmt Rücksicht auf die Selbstbestimmungsrechte aller Menschen. Um allen das Recht auf eine frei gestaltbare Nutzung der Lebensgrundlagen zu gewährleisten, braucht es eine Balance zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen. Aus dieser Verantwortung entspringt die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit: Alle Menschen sollen das gleiche Recht auf Zugang zu den Lebensgrundlagen haben.
Faires Teilen (Fair Share)
Diese ökonomische Komponente leitet sich von der begrenzten Belastbarkeit unseres Planeten ab. Sie fordert eine zukunftsfähige Selbstbegrenzung bei der Befriedigung von Bedürfnissen – sowohl des Einzelnen als auch der Gemeinschaft. Im Fokus stehen die bewusste Genügsamkeit und die gerechte Verteilung gemeinsam erzielter Überschüsse. Dazu gehört auch die gezielte Rückführung von Ressourcen in natürliche Kreisläufe.

Die 12 Design-Prinzipien
Aus diesen drei ethischen Säulen leiten sich die zwölf Design-Prinzipien der Permakultur ab. Sie dienen als konkrete Gestaltungswerkzeuge, um theoretische Ansätze in funktionierende Systeme zu überführen. Die folgende Übersicht fasst diese Grundsätze zusammen und zeigt, wie nachhaltige Planung in der Praxis funktioniert.
Klicke auf die einzelnen Punkte, um mehr zu erfahren:

Beobachten und handeln
Bevor wir einen einzigen Spatenstich machen, beobachten wir das Land. Wo steht die Sonne? Wie zieht der Wind? Die Natur liefert uns die besten Design-Ideen.

Nütze erneuerbare Ressourcen und Leistungen
Wir reduzieren die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen. Wir lassen lieber Enten die Schnecken fressen oder Pflanzen den Boden düngen, als Chemie einzusetzen.

Nutze kleine, langsame Lösungen
Große, schnelle Veränderungen sind oft instabil. Kleine, überschaubare Schritte sind leichter zu pflegen, verbrauchen weniger Energie und bringen nachhaltigeren Erfolg.

Fange Energie ein und halte sie im System
Wir fangen Ressourcen ein, wenn sie im Überfluss vorhanden sind, um sie in Mangelzeiten zu nutzen. Beispiele sind das Sammeln von Regenwasser oder das Speichern von Sonnenwärme in Steinen.

Produziere keinen Abfall
In der Natur gibt es keinen Müll. Jeder Abfall eines Elements ist die Nahrung oder der Rohstoff für ein anderes. Wir schliessen Kreisläufe.

Nutze und schätze die Vielfalt
Monokulturen sind anfällig. Vielfalt (Biodiversität) macht das System widerstandsfähig gegen Krankheiten, Schädlinge und extreme Wetterereignisse.

Erziele einen Ertrag
Ein System muss sich lohnen. Wir gestalten so, dass Sie eine echte Belohnung für Ihre Arbeit erhalten – sei es durch frische Lebensmittel, Holz oder Lebensqualität.

Gestalte vom Muster zum Detail
Wir betrachten zuerst das grosse Ganze (wie Klimazonen oder Geländeformen) und zoomen dann in die Details (wie die genaue Pflanzenauswahl) hinein.

Nutze Randzonen und schätze das Marginale
Dort, wo zwei unterschiedliche Systeme aufeinandertreffen (z. B. Waldrand oder Teichufer), ist das Leben am produktivsten und dynamischsten. Diese Zonen nutzen wir intensiv.

Nutze Selbstregulation und akzeptiere Feedback
Wir hinterfragen unser Tun. Wenn etwas nicht funktioniert, korrigieren wir den Kurs. Das System soll lernen, sich mit der Zeit selbst zu steuern.

Integriere eher als zu trennen
Jedes Element im Garten erfüllt mehrere Funktionen, und jede wichtige Funktion wird von mehreren Elementen getragen. Durch Vielfalt stärken sich die Dinge gegenseitig.

Reagiere kreativ auf Veränderung
Veränderung ist unvermeidlich. Wir planen flexibel, sodass wir auf neue Bedingungen (wie den Klimawandel) kreativ reagieren und sie als Chance nutzen können.